Kirche St. Oswald i.d. Sommerau

Kirche St. Oswald

Die Kirche St. Oswald in der Sommerau, die vermutlich die älteste Oswaldikirche Kärntens ist, dürfte in engem Zusammenhang mit den bereits Gold- und Silbervorkommen in der Sommerau stehen. Seit wann die Edelmetallvorkommen bergbaulich genutzt wurden, ist allerdings nicht bekannt.

Die Kirche St. Oswald wurde wahrscheinlich noch vor dem Jahr 1072 von Bergknappen errichtet und, wie es heißt, besonders reich ausgestattet. Noch Jahrhunderte später zählte die kleine Oswaldikirche zu den am besten dotierten Kirchen im Lavanttal.

Nach alter Überlieferung wurde die Oswaldikirche über einem unterirdischen See errichtet, der vom Wasser des nahen Sommerauer "Brünnls" gespeist wird, das früher auch goldhältig gewesen sein soll. Die Oswaldikirche fällt vor allem durch ihren mächtigen, viereckigen Turm auf, der ein niederes Pyramidendach trägt.   

Im Turm hat sich noch eine der alten Glocken aus dem Jahr 1689 erhalten. Im 17. Jahrhundert wurde der Innenraum der Kirche mit barocken Tonnengewölben versehen, die die ursprünglich flache Holzdecke ersetzten. Nur über dem quadratischen Chorraum hat sich noch das spätgotische Netzrippengewölbe aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten. Auf dem Schlussstein im Gewölbe findet man die Jahreszahl 1533, über den spitzbogigen Fenstern sind die Jahreszahlen 1612 und 1726 auf immer verewigt.

Die derzeitige Innenausstattung der Kirche stammt vor allem aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der Seitenaltar wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gefertigt und trägt eine recht eindrucksvolle Marienstatue. Der Hochaltar wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufgestellt und zeigt Statuen der Heiligen Georg, Rochus und Sebastian. Auch eine Holzstatue des Apostels Jakobus d. Älteren und eine Statue des heiligen Oswald haben dort ihren Auf­stellungsplatz gefunden. Interessant ist auch ein Bild, das König Heinrich 11.  und Königin Kunigunde zeigt, die 1007 das fränkische Bistum Bamberg gründeten und mit Gütern ausstatteten.

Seit jeher ist die Oswaldikirche in der Sommerau ein beliebtes Ziel der Wallfahrer, die dem heiligen Oswald ihre Opfergaben darbringen. Vor allem am Oswalditag, der am 5. August, dem Todestag des Heiligen, gefeiert wird. Seit Jahrzehnten feiert die Bevölkerung am ersten Sonntag im August den "Oswaldikirchtag", der zu den traditionsreichsten Festen des oberen Lavanttals zählt. Ein deutlicher Beweis dafür, dass die alten Traditionen im Leben der Bevölkerung auch heute noch eine große Rolle spielen.