Burgruine Reichenfels

Reichenfels mit Burg im 17. Jahrhundert



Nur noch wenige Reste sind erhalten

Die Burg Reichenfels erhob sich einst unweit des Ortes am Eingang zum Sommerauer Graben. Das wehrhafte Gebäude, von dem heute nur noch wenige Mauerreste erhalten sind, wurde vermutlich im Laufe des 11. oder 12. Jahrhunderts in einiger Höhe über der Talsohle errichtet. Spätestens um 1200 kam die Burg in den Besitz des Bistums Bamberg und wurde ständig mit einem Pflegsverwalter oder Kastner besetzt.

1227 als "castrum Richenvelse" erstmals urkundlich erwähnt, kam der bambergischen Burg vor allem in wirtschaftlicher und strategischer Hinsicht überaus große Bedeutung zu. Einerseits durch die ertragreichen Silberminen, die sich in ihrer unmittelbaren Nähe befanden, andererseits aber auch durch die besonders günstige Lage der Burg im Grenzgebiet zum Bamberger Territorium. Die Burganlage blieb für Jahrhunderte im Besitz des Bistums und wurde von bambergischen Pflegern, ihren Familien und ihrem Gesinde bewohnt. Als letzter Pfleger, der hier lebte, ehe die Herrschaft von St. Leonhard aus verwaltet wurde, gilt Mathias Bienlein, der 1604 in Reichenfels starb.

Die Burg, die im Laufe der Zeit den Charakter eines Schlosses angenommen hat, war noch in den achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts vollständig erhalten und wohl auch bewohnt. 1759 wurde sie gemeinsam mit der Herrschaft Reichenfels und allen anderen bambergischen Besitzungen in Kärnten an das österreichische Kaiserhaus unter Maria Theresia verkauft. Weil die Burg damit aber ihre einstige Funktion verloren hatte, dürfte in den Jahrzehnten danach der Verfall des Gebäudes eingesetzt haben.

1825 wurde Reichenfels von den Brüdern Rosthorn gemeinsam mit der Herrschaft Wolfsberg erworben. 1846 kam das Gebiet in den Besitz von Hugo Graf Henckel von Donnersmarck. Ab 1929 gehörte es Olga Herzogin von Leuchtenberg, die es 1933 an die Holzeinkaufsstelle Schweizerischer Papierfabriken (HESPA) verkaufte. Heute führt ein markierter Wander- und Spazierweg zur Burgruine.