Marien- oder Pestsäule

Marien- oder Pestsäule

Die Pestsäule bzw. Mariensäule am Hauptplatz ist ein ewiges Mahnmal für die Schrecken der Pestzeit. Im Sockel der Säule befindet sich eine größere Ausnehmung, in der die liegende Figur der heiligen Rosalie, der „Pestheiligen“, ihren Platz gefunden hat. Die Säule wird von einer eindrucksvollen Madonnenstatue bekrönt.

Die Pestsäule erinnert an die große Geißel des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Immer wieder hat der gefürchtete Schwarze Tod auch das Lavanttal heimgesucht. Auch im Pestjahr 1680, als die Krankheit in der benachbarten Steiermark zahlreiche Menschenleben forderte. Auf höchsten kaiserlichen Befehl hin wurden sofort die entsprechenden Vorkehrungen getroffen. Die Toten durften nicht mehr am Friedhof bestattet werden, sondern wurden außerhalb der Stadt auf einem Anger beigesetzt, um die Infektionsgefahr zu verringern. Öffentliche Versammlungen wurden ver­boten, infizierte Häuser gerichtlich gesperrt und den Bewohnern das Verlassen der Häuser unter Androhung strenger Strafen verboten.

Weil die Pestkrankheit immer wieder durch Reisende eingeschleppt wurde, wurden auch die Stadttore noch strenger als sonst überwacht. Dennoch hat die St. Leonharder Bevölkerung auch diese Krisenzeit überstanden. An der östlichen Stadtmauer steht auch ein „Pestkreuz“, das die Jahrzahl 1732 trägt.