Schloss Wiesenau
![]() Schloss Wiesenau |
Das Schloss Wiesenau, schon um 1579 errichtet, ist ein typisches Gebäude der Renaissancezeit. Auch wenn das Schloss ein eher kleiner, dreigeschossiger Bau ist, hat es sich seinen architektonischen Reiz bis heute bewahrt. Auffallend ist auch das hohe Walmdach, das noch immer einen Uhrturm trägt. Der Erbauer von Wiesenau war Siegmund von Pain, dessen Familie das Schloss bis 1617 besaß. In den darauf folgenden Jahrzehnten war das Schloss unter seinen ständig wechselnden Besitzern kaum von geschichtlicher Bedeutung. Aber in der erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war Wiesenau weit über die Grenzen Kärntens hinaus ein Begriff, als 1814 Johann Söllner, Direktor der BleiweißFabrik in Wolfsberg, das Schloss ersteigerte. Mit ihm kam auch seine Frau Elisabeth Söllner-Fortschnigg nach Wiesenau. Das Ehepaar machte aus dem damals recht niedergekommenen Renaissancegebäude innerhalb kurzer Zeit nicht nur ein architektonisches Schmuckstück der Region, sondern richtete dort auch ein landwirtschaftliches Mustergut ein, das vor allem wegen seiner gepflegten Obstgärten weithin bekannt und berühmt war. Sogar das Wiener Kaiserhaus ließ seine Gärtner und Baumwarte gelegentlich in Wiesenau ausbilden. Auch auf kulturellem Gebiet nahm Wiesenau in diesen Jahren eine Sonderstellung in Kärnten ein. Um Elisabeth Söllner hatte sich nämlich eine illustre Runde von Persönlichkeiten aus dem wissenschaftlichen und kulturellen Leben versammelt, um über aktuelle Themen der Zeit zu diskutieren und Briefwechsel mit berühmten Zeitgenossen zu pflegen Dieser bunte Zirkel war bald im ganze Kärntnerland als "Wiesenauer Kreis" bekannt. Ein gern gesehener Gast in Wiesenau war der kaiserliche Hofastronom Tobias Bürg, der seine Urlaubstage bei den Söllners verbrachte und sich am Ende seines Lebens ganz nach Wiesenau zurückzog.
|
|