Römerstein vor dem Rathaus

Römerstein vor dem Rathaus

Der Römerstein in der Parkanlage vor dem Bad St. Leonharder Rathaus wurde um 1819 im Süden der Stadt, vermutlich im Bereich des antiken Gräberfeldes von Wiesenau, gefunden. Es handelt sich dabei um das stark verwitterte Nischenporträt eines älteren Mannes mit Bart, der mit der linken Hand eine der damals üblichen Schreibtafeln hält. Der Schwurfinger der Rechten bekräftigt die besondere Bedeutung der Tafel.

Bekleidet ist der Unbekannte mit einer Tunica und einem Mantel, der über der rechten Schulter von einer modischen Scheibenfibel gehalten wird. Die ursprünglich eher umfangreiche Inschrift des Grabdenkmals ist heute nur noch bruchstückhaft vorhanden. Eine Rekonstruktion des Textes ergibt aber, dass der Grabstein von einem in der Gemeinschaft wohl sehr angesehenen Mann seiner im Alter von 30 Jahren verstorbenen Frau gewidmet wurde.

Die künstlerische Ausführung des Ni­schenporträts ist allerdings nicht von jener Feinheit, wie wir sie sonst von römerzeitlichen Grabstelen kennen. Vor allem die Falten des Gewandes sind nur sehr grob gearbeitet. Vieles spricht da­für, dass es sich bei dem Grabmal um eine Auftragsarbeit handelt, die von einem heimischen Künstler nach entsprechen­den Vorlagen ausgeführt wurde.