| Zu Anfang des Jahres 1502 kam Paracelsus als
achtjähriger Knabe, der den frühen Tod der Mutter zu verschmerzen hatte, nach Villach in
Kärnten, wo der Vater Wilhelm Bombast von Hohenheim auf eine gut bezahlte Tätigkeit als
Arzt hoffen durfte. Villach, das seit dem 11. Jahrhundert zu den Kärntner Besitzungen des
fränkischen Bistums Bamberg gehörte, übertraf damals an wirtschaftlicher Bedeutung alle
anderen Städte des Landes.
Alte Ansicht von Villach |
Vor allem die verkehrsgeographische Lage der damals
knapp 3.000 Einwohner zählenden Stadt, die am Knotenpunkt wichtiger Handelsstraßen nach
Venedig, Wien, Salzburg und Regensburg lag, und die montanindustrielle Bedeutung der an
Bodenschätzen reichen Gegend waren die Grundlage für den sprichwörtlichen Wohlstand der
Villacher Bürgerfamilien. In Villach jedenfalls hat jene Ausbildung begonnen, die ein Leben lang andauern und Paracelsus schließlich zum bedeutendsten Arzt seiner Zeit machen sollte. Anfangs allein vom Vater unterrichtet, lernte der Knabe später an Villachs städtischer Lateinschule das Lesen und Schreiben. Hier und bei den Experimenten im väterlichen Arztlabor dürften seine vielfältigen Begabungen zum Vorschein gekommen sein, die den Vater wohl veranlaßten, den Bildungsweg seines einzigen Sohnes weiter zu fördern. |
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