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3. November 2006: Der heilige Leonhard (gest. 559) ist der Namenspatron der Oberlavanttaler Stadt Bad St. Leonhard. Seit eineinhalb Jahrtausenden wird er u.a. als Schutzpatron der Tiere und der Gefangenen verehrt. Sein Todestag, der 6. November, wird in der Paracelsusregion auf besondere Weise gefeiert. |
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Der heilige Leonhard und die Wallfahrer Der heilige Leonhard lebte im 6. Jahrhundert und entstammt einem edlen fränkischen Geschlecht. Seine Jugend verbrachte er am Hofe König Chlodwigs, wo er die christliche Religion kennen lernte. Er ließ sich taufen und wurde zum Priester, später sogar zum Bischof geweiht. Bald darauf verließ Leonhard den Königshof und zog sich in die Einsamkeit der Wälder von Limoges zurück. Dem Einsiedler, der den Armen und den Bauern in schweren Zeiten Beistand leistete, wurden bald zahlreiche Wundertaten nachgesagt. Die Zahl seiner Anhänger wuchs, und viele wollten seinem Beispiel folgen. Aus der kleinen Einsiedelei entstand allmählich eine Klostergemeinschaft, der König Chlodwig das umliegende Land schenkte. Leonhard war der erste Abt des Klosters Noblac und vollbrachte bis zu seinem Todestag, dem 6. November des Jahres 559, zahlreiche weitere Wundertaten. Schon seinen Zeitgenossen galt er als Befreier unschuldiger Gefangener und als Schutzpatron der Tiere. Aber auch als Helfer schwangerer Frauen und als Erlöser aus geistiger Umnachtung wird der Heilige seit Jahrhunderten verehrt. In Bad St. Leonhard wird der Todestag des Heiligen, der 6. November, seit jeher in besonderer Weise begangen. Am Leonharditag kommen hunderte Wallfahrer aus nah und fern in die Leonhardikirche, um dem Heiligen eiserne Opfergaben – Nachbildungen von Ochsen, Kühen, Pferden, Schweinen, Kühen usw. – darzubringen, damit er auch weiterhin die Tiere und Höfe der bäuerlichen Bevölkerung vor Krankheiten und Naturkatastrophen beschützt. Wenn es um menschliche Leiden geht, werden eiserne Nachbildungen einzelner Gliedmaßen, vor allem Arme und Beine, zum Altar getragen. Die Votivgaben, die zum Teil viele Jahrhunderte alt sind, bilden heute in ihrer Gesamtheit eine einzigartige kulturhistorische Kostbarkeit. Wie die Leonhardikirche zu ihrer Kette kam… Die Leonhardikirche, die seit jeher eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Wallfahrtskirche ist, wird seit dem 15. Jahrhundert von einer schmiedeeisernen Kette umgeben. Sie geht auf das Gelübde eines Bauern aus der benachbarten Steiermark zurück, der in türkische Gefangenschaft geriet, mit Hilfe des heiligen Leonhard jedoch entkommen konnte. Zum Dank ließ der gerettete Bauer nach seiner Heimkehr eine Kette anfertigen und zweimal um die Leonhardikirche schlingen. Die originale Kette aus dem 15. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert eingeschmolzen. Die heute an der Außenmauer der Kirche angebrachte Kette stammt aus dem 20. Jahrhundert. wt |
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26.
Juli 2006: Seinen Namen verdankt das Kärntner Lavanttal dem Fluss Lavant, der es von Norden nach Süden durchzieht. Vorbei an alten Städten und Märkten, an jahrhundertealten Kirchen, Burgen und Schlössern bahnt sich das Wasser des Flusses seinen Weg durch das Tal. Wo aber entspringt der Fluss? Wo beginnt seine Reise? Wer zu den Ursprüngen der Lavant wandern möchte, muss den Aufstieg in rund 2.400 Meter Höhe wagen. |
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Der Zirbitzkogel, die markanteste Erhebung der Seetaler Alpen nahe der
Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten, belegt unter den höchsten
Bergen Österreichs die neunzehnte Stelle. 2.396 Meter ist er hoch. Eine
ausgeprägte Hochgebirgslandschaft, die durch die Wirksamkeit eiszeitlicher
Gletscher geformt wurde. An seinem Südhang, in ca. 2.170 Metern Höhe, findet man den kleinen, aber tiefen Lavantsee, von dem aus das Bächlein talwärts drängt, das im Verlauf seiner weiten Reise immer mehr zum Fluss wird. Angereichert mit dem Wasser einiger Seitenbäche überwindet die Lavant zwischen den alten Märkten Obdach und Reichenfels die Landesgrenze. Sie schlängelt sich vorbei an der Stadt Bad St. Leonhard, passiert die natürliche Enge des Twimberger Grabens, durchfließt die Stadtgemeinden Wolfsberg und St. Andrä, um schließlich bei Lavamünd, nur wenige Kilometer vor der österreichisch-slowenischen Staatsgrenze, in den mächtigen Draustrom zu münden. Woher der Name "Lavant" kommt, bleibt freilich ungewiss. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts versuchte der berühmte Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493–1541), besser bekannt als Paracelsus, den Namen des Flusses vom lateinischen Verb "lavare" (d.h. waschen) herzuleiten. Paracelsus schreibt: "Das Laventtal im Herzogtum Kärnten hat seinen Namen vom Waschen empfangen. Denn in demselben die Wasserflüss so goldreich gewesen sind, daß von allen fremden Nationen Künstler und Bergleut sich darein gefügt haben. Also ist die Stadt S. Leonhard gebauet, auch Wolfsperg von Bauleuten desselbigen Lands mit Wein und Getreid zugenommen und erbauet." Paracelsus' Deutung, die keineswegs unwidersprochen blieb, bezog sich also auf die rege Goldwäschertätigkeit, die an den Ufern der Lavant und so manchem ihrer Nebenbäche eine jahrhundertealte Tradition hat. wt |
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18.
Juli 2006: Auf Schloss Wolfsberg Das Schloss Wolfsberg, das zu den schönsten und bedeutendsten Schlössern Kärntens zählt, ist auch heute noch das weithin sichtbare Wahrzeichen der Lavanttaler Bezirkshauptstadt. Das altehrwürdige Gebäude hat uns eine eindrucksvolle und abwechslungsreiche Geschichte zu erzählen. Grund genug, eine kleine sommerliche Expedition auf den Wolfsberger Schlossberg zu unternehmen. |
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An
einem heißen Sonntag im Juli ist es soweit. Wir wagen uns auf schattigen
Wegen auf den Wolfsberger Schlossberg, um - nach einigen Jahren wieder
einmal - eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt in Augenschein zu
nehmen. Hier hat sich viel getan, seit Schloss Wolfsberg ein weit über die
Grenzen des Bezirkes hinaus bekanntes Ausstellungszentrum ist. "Damen_Wahl.
Kunst zum Kennenlernen" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung, die
vom 9. Juli bis 10. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen ist.
Präsentiert werden Werke von sechs Künstlerinnen: Aine Phillips, Nika Špan,
Isa Stein, Inge Vavra, Cynthia Schwertsik und die Schwestern Brüll.
Wir aber interessieren uns diesmal ausschließlich für die Geschichte dieser Mauern, die vom 14. bis zum 18. Jahrhundert im Besitz des fränkischen Bistums Bamberg waren und den bambergischen Vizedom, den höchsten Vertreter des Bischofs im Lande, beherbergten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert wurde das Schloss österreichisch und 1846 an Graf Hugo Henckel von Donnersmarck verkauft. Er ließ das geschichtsmächtige Gebäude nach den Plänen der Wiener Architekten Johann Romano und August Schwendenwein im englisch-gotischen „Tudor-Stil" umbauen ließ. Vom einstigen Renaissancegebäude blieb nur sehr wenig erhalten. Das Schloss befindet sich noch heute im Besitz der Familie Henckel-Donnersmarck. wt
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