| Geheimnisvolle Keltenstadt Noreia | |
.![]() Am Magdalensberg in Kärnten wurden umfangreiche römerzeitliche Funde gemacht. Jahr für Jahr fördern die Archäologen mehr Spuren aus der Vergangenheit ans Tageslicht. U.a. Werkstätten, ein Forum, Wohnhäuser, Badeanlagen, Regierungsgebäude und Befestigungsanlagen.
Die am Magdalensberg gefundenen Plastiken zeigen Menschen und Götter aus keltisch-römischer Zeit.
Häufig wird die Stadt am Magdalensberg, in der zu ihrer besten Zeit tausende Menschen lebten, mit der verschollenen Stadt Noreia in Verbindung gebracht. |
Ob die geheimnisvolle Keltenstadt Noreia, vor deren Mauern sich anno 113 v. Chr. der erste weltgeschichtlich belegte Zusammenstoß zwischen Römern und Germanen ereignet haben soll, tatsächlich im oberen Lavanttal lag, ist bis heute umstritten. Aber widmen wir uns zunächst den historischen Fakten. Im Jahr 113 v. Chr. fiel eine große Schar germanischer Kimbern und Teutonen in Noricum ein. In Rom befürchtete man zunächst, dass die Invasoren auf ihrem Raubzug bis nach Italien vordringen könnten. Man schickte also bewaffnete Truppen, um den Übergang über die Alpen an der schmalsten Stelle zu sichern. Weil die germanischen Stämme aber gar nicht die Absicht zeigten, die gut bewaffneten und kampferprobten römischen Soldaten anzugreifen, beschloss Konsul Papirius Carbo, mit seinen Truppen weiter ins Keltenland zu marschieren, um die Invasoren von dort zu vertreiben. Der Plan des Konsuls ging allerdings nicht auf.
Der Geschichtsschreiber Appian von Alexandrien berichtete später, dass die Römer in der Umgebung von Noreia auf die feindlichen Krieger stießen. Obwohl Carbos Soldaten erfahren und im Umgang mit dem Feind sicher alles andere als zimperlich waren, konnten sie der geballten Wucht der germanischen Kimbern und Teutonen nicht lange standhalten. Appian v. Alexandrien: "Carbo erlitt eine schwere Niederlage. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte sein ganzes Heer verloren, wenn nicht einbrechende Dunkelheit, Regen und ein furchtbares Gewitter, das sich während der Schlacht entlud und wie ein Eingriff höherer Gewalten eine Panik auslöste, die Kämpfenden getrennt hätte. " Eine gigantische Niederlage wurde es trotzdem. Während die Römer in wilder Panik in alle Richtungen in die Wilder flohen und sich erst nach einigen Tagen wieder sammeln konnten, setzten die Germanen ihren Marsch fort. Ihr Ziel war allerdings noch nicht Italien, sondern das ebenfalls von keltischen Stämmen bewohnte Helvetien. Die tatsächliche Lage der legendären Stadt Noreia, vor deren Mauern die Römer geschlagen wurden, gibt den Forschern bis heute viele Rätsel auf. Schon der griechische Geograph Strabo betonte, Noreia sei die Hauptstadt von "Noricum" gewesen. Die Stadt, so Strabo weiter, liege rund 1.200 Stadien (griech. Wegemaß) von Aquileia entfernt und verfüge in ihrer Umgebung über reiche Gold- und Eisenerzvorkommen. Weiters wird berichtet, dass sich zwischen Noreia und Aquileia ein Fluss befand, der "aus den Alpen kommt und stromauf schiffbar ist." Wo lag Noreia? Während man sich unter Forschern gerade noch darüber einig ist, dass die Spuren der Stadt irgendwo auf dem Boden des heutigen Kärnten oder der Steiermark zu finden sein müssten, ist alles andere umstritten. Manche vermuten Noreias Mauerreste bei Neumarkt in der Steiermark, andere am Magdalensberg bei Klagenfurt. Wieder andere nehmen an, dass die Stadt im Görtschitztal lag. Auch eine Lage im oberen Lavanttal, im Gemeindegebiet von Bad St. Leonhard, wird für möglich gehalten.
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