| Auf den alten Römerstraßen | |
.![]() Die berühmte Tabula Peutingeriana aus dem 4. Jh. n. Chr. ist nur als mittelalterliche Kopie überliefert (hier ein kleiner Ausschnitt). Sie zeigt das römerzeitliche Straßennetz von den britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis nach Indien und China.
Der römerzeitliche Reliefstein mit der Darstellung einer Postkutsche stammt von der Außenmauer der Pfarrkirche Maria Saal. Der Kutscher ist, das lässt sich anhand seiner Bekleidung sagen, ein Kelte.
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Als Noricum um 45 n. Chr. zur römischen Provinz erhoben wurde, durchzogen längst gut ausgebaute Straßen und Wege das Tal. Eine der wichtigsten Verbindungen führte von Wolfsberg über Gräbern, Prebl, Wiesenau und St. Leonhard nach Reichenfels und von dort aus über den Obdacher Sattel in die heutige Steiermark. Nicht umsonst haben die Forscher immer wieder darauf hingewiesen, dass das Straßen- und Wegenetz des Römerreiches für die frühe Verbreitung europäischer Zivilisation und Kultur, aber auch für die Entwicklung des Handels von entscheidender Bedeutung war. Obwohl die meisten Landstraßen zunächst aus rein militärischen Gründen angelegt wurden, dienten sie bald auch der wachsenden Zivilbevölkerung als Transportwege. Weil das römerzeitliche Straßennetz schließlich vom Rande der Sahara bis nach Mesopotamien und von der Atlantikküste bis zu den Ufern der Nordsee reichte, war es auch ein unübersehbares Symbol für die immer wieder betonte Einheit des Reiches. Darüber hinaus ermöglichte es der Bevölkerung eine schier unglaubliche Mobilität, wenn es darum ging, unattraktive Orte zu verlassen und sich in weiter entfernten, aber vielversprechenderen Regionen anzusiedeln. Aus alten Berichten weiß man, dass ein berittener Bote damals rund 60 Kilometer im Tag zurücklegte, während es Pferdefuhrwerke immerhin noch auf eine Tagesleistung von rund 38 Kilometern brachten. Für einen bemerkenswerten Rekord sorgte übrigens Cäsar selbst, als er beim Ausbruch der Gallischen Kriege die Strecke zwischen Rom und Genf in 8 Tagen bewältigte. Das entspricht einer durchschnittlichen Tagesleistung von rund 150 Kilometern.
Den Reisenden, die es nicht immer so eilig hatten, standen in regelmäßigen Abständen Rasthäuser und Pferdewechselstellen zur Verfügung. Zur besseren Orientierung konnte man neben den erprobten Reisehandbüchern auch auf genaue Straßenkarten zurückgreifen. Zur Bestimmung der zurückgelegten Wegstrecken dienten aber auch Meilensteine. Eine Erfindung der Römer, die noch heute in Gebrauch ist. Trotzdem wurden die Straßen auch weiterhin von römischen Soldaten benützt. Bis an die Zähne bewaffnete Soldaten zogen vor allem dann durch das Land, wenn wieder einmal Gefahr von außen drohte. Immer häufiger kam es nämlich zu gefährlichen Übergriffen barbarischer Stämme aus dem Norden auf keltisch-römisches Gemeinschaftsterritorium. Die Römer waren auf der Hut. Immerhin hatte die Schicksalsschlacht von Noreia gezeigt, dass mit den Barbaren nicht zu spaßen war.
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