| Kelten und Römer – Die Spuren einer großen Vergangenheit | |
.![]() Vieles deutet darauf hin, dass die Kelten in besonderer Weise die Zeichen der Natur zu deuten wussten. Auf den Bergen und Hügeln und in den Tälern fanden sie ihre heiligen Orte, in deren Nähe häufig ihre Siedlungen errichteten.
An der Außenwand der Kirche von Gräbern, unweit von Bad St. Leonhard entfernt, hat sich bis heute eine "Maske" erhalten, die wohl aus keltischer Zeit stammt. |
Um 300 v. Chr. wanderten keltische Stammesgruppen in den Ostalpenraum und erreichten schließlich Kärnten. Keltische Bauern und Handwerker beurteilten die Lebensbedingungen im Tal der Lavant als günstig und machten sich in weiterer Folge hier seßhaft. Ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen, ihre Tracht und ihre Lebensgewohnheiten waren schon bald für das gesamte Gebiet bestimmend. Über die Herkunft und Verbreitung dieses Volkes, das man auch das "abenteuerlustigste aller Barbarenvölker" genannt hat, wird seit jeher viel gerätselt. Sicher ist aber, dass das Lavanttal durch die wachsende Zahl keltischer Einwanderer bald auch das Interesse Roms erweckte. Römische Geschichtsschreiber berichten als erste, dass auf dem Boden des heutigen Kärnten ein Königreich entstand, dem man nach der keltischen Muttergottheit Noreia den Namen "Noricum" gab. Die Herrscher dieses Reiches, das zahlreiche keltische Stämme vereinigte, schlossen mit dem Senat in Rom Bündnisverträge.
Die Natur mit ihren Bergen, Wäldern, Flüssen, Seen, Bäumen, Pflanzen und Tieren stand im Mittelpunkt des Weltbildes der Kelten. Ihre Heiligtümer waren einfach gehalten und wurden unter freiem Himmel errichtet und verehrt. Die keltische Muttergottheit Noreia bildete das höchste Bindeglied zur Natur, deren unverrückbare Bedeutung sich auch in der keltischen Kunst widerspiegelt. Seen und Bäche waren Orte ritueller Handlungen. Opfergaben wurden dargebracht, um die Götter gnädig zu stimmen. Einen solchen Zweck dürfte auch der Mars-Latobius-Tempel bei St. Georgen im unteren Lavanttal erfüllt haben, dessen steinerne Kultstiege direkt zum Lavantfluss führt.
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