Das Jahrhundertprojekt

Die edlen Dampfrosse, als Wunderwerke der Technik gefeiert, waren von ihren Erbauern dazu bestimmt, das bedeutendste Massenverkehrsmittel des 20. Jahrhunderts zu werden. Die eisernen Schienen aber, auf denen die Züge verkehrten, brachten auch im Oberen Lavanttal den Menschen die Gewissheit, dass ihnen von nun an – wenigstens theoretisch – die Welt offen stand.

Am 10. Jänner 1900 ging tatsächlich ein großer Wunschtraum der Bevölkerung in Erfüllung. Schon seit Jahrzehnten hatte man darauf gedrängt, eine Eisenbahnverbindung zwischen dem steirischen Bahnhof Zeltweg und der Lavanttaler Bezirksstadt Wolfsberg zu schaffen. Der Streckenabschnitt wurde schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der "Steirischen Landesbahn" projektiert, seine Verwirklichung scheiterte aber zunächst an den finanziellen Möglichkeiten.

Dass die Bahnlinie schließlich doch noch verwirklicht wurde, ist vor allem der Beharrlichkeit und persönlichen Einsatzbereitschaft der Wolfsberger Unternehmer Johann Offner und Ernst Herbert Kerchnawe zu verdanken, die gemeinsam mit Konrad Forcher aus St. Peter ob. Judenburg und der Henckelschen Domäneverwaltung die Neuplanung des Streckenabschnittes erwirkten.

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